
Christine & Claude: Innenarchitektur zwischen Vergangenheit und Zukunft
Bevor Christine und Claude das gemütliche Refugium gestalteten, die heute die Zimmer und Chalets von Le Rucher d’Evolène sind, tauchten sie tief in die Geschichte des Dorfes und seine reiche Bautradition ein. Das Ziel des Innenarchitektur-Duos: die Schönheit dieses besonderen Ortes zum Vorschein zu bringen, ohne dabei seine Identität oder die Erinnerung an seine früheren Bewohner zu verlieren. Eine Reise durch die Zeit – und ihre Geschichte.

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Eine gemeinsame Leidenschaft für Renovation und Restauration
Christine und Claude sind bei Tamaris tätig, bescheiden im Auftreten, aber erfahren in ihrem Fach: der Innenarchitektur historischer Gebäude. Besonders angetan haben es ihnen Renovations- und Restaurierungsprojekte historischer Gebäude. Le Rucher d’Evolène mit seinen jahrhundertealten Häusern weckte deshalb sofort ihre Neugier: Die einzigartige Architektur und das enorme Potenzial, längst vergessene Schätze der Vergangenheit wiederzuentdecken, machten das Projekt zu etwas ganz Besonderem.
«Mein erster Eindruck bei der Ankunft in Evolène? Was für ein aussergewöhnlicher Ort! Wohl eines der schönsten Walliser Dörfer, die ich in meiner ganzen Laufbahn erkunden durfte»,
erinnert sich Claude.
Schon bald wurde klar: Um die alten Raccards (Kornspeicher) in ihrer früheren Schönheit wiederherzustellen, mussten sie nicht nur die Gebäude zum Sprechen bringen, sondern auch die Menschen, die ihre Geschichte kannten. Claude erzählt:
«Die Menschen in Evolène hängen sehr an ihrem Dorf und sind stolz auf seine Geschichte. In den Gesprächen mit ihnen spürten wir fast greifbar, was Evolène so einzigartig macht.
Über die Jahre sind enge Beziehungen entstanden. Wir haben lokale Talente kennengelernt und mit Menschen gearbeitet, die mit echter Leidenschaft an traditionellem Handwerk festhalten. In Evolène hält man zusammen, hier lebt eine echte Solidarität. Für uns war es genauso wichtig wie für die Leute vor Ort, dass über diese Monate und Jahre ein Vertrauensverhältnis wachsen konnte.»

Respekt vor dem architektonischen Erbe und die Verantwortung, seine Geschichte zu bewahren
Evolènes architektonisches Erbe reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Zeuge davon ist ein Balken mit der eingeritzten Jahreszahl 1634, der bis heute im Chalet «Chez Madeleine» zu sehen ist. Christine und Claude näherten sich diesem Erbe mit dem geschulten Blick von Fachleuten und der Leidenschaft echter Liebhaber historischer Bauten. Ihre Haltung: renovieren und restaurieren mit Respekt vor der Tradition, als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Die markanten Originalfassaden blieben unangetastet – auch wenn man sich seither unter dem Vordach ducken muss, dessen Höhe aus einer anderen Zeit stammt: gerade einmal 1,56 Meter. Für Böden und Decken kam altes Holz erneut zum Einsatz. Bei den Dachrinnen entschieden sie sich für Kupfer, in den Badezimmern für Stein aus Saint-Léonard, auf den Dächern für Schiefer.
So entstand ein Renovationsprojekt, das den Gebäuden des Rucher d'Evolène ihre zeitlose Schönheit bewahrt – gebaut, um mit Würde zu altern, jenseits von Moden und Trends.
Evolène: eine Lektion in Architektur – und in Demut
Als Christine und Claude begannen, die alten Raccards von Evolène zu erkunden, staunten sie immer wieder über das Können der Menschen, die diese Gebäude einst errichtet hatten.
«Unsere Vorgänger haben an alles gedacht! Jedes Gebäude wurde gebaut, um der Zeit, Erdbeben und Unwettern standzuhalten. Die Bauweise ist uralt, aber unglaublich raffiniert – und in vielerlei Hinsicht sogar erstaunlich modern.»
Claude war von Anfang an fasziniert von der technischen Kunstfertigkeit dieser Bauleute. Doch was ihn bei seinem ersten Besuch am meisten beeindruckte, war die schiere Schönheit der Gebäude:
«Die Holzarbeiten sind atemberaubend. Man könnte fast von einer ‹Spiritualität der Schönheit› sprechen. Die geschnitzten Balken, die Inschriften, die erst im Licht sichtbar werden … Man bekommt den Eindruck, dass für die Baumeister von damals die ästhetischen Qualitäten eines Gebäudes ebenso wichtig waren wie seine Funktion.»
Ein architektonisches Meisterwerk – und ein Projekt, in das Christine und Claude ihre jahrzehntelange gemeinsame Erfahrung sowie ihre Leidenschaft für Renovationen einbringen konnten.
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Der besondere Fund, der Le Rucher d’Evolène zu einem ganz besonderen Architekturprojekt macht
Verborgene Schätze zu entdecken, gehört zu den schönsten Momenten jeder Restaurierung. Legt sich der Staub, kommen Spuren der Vergangenheit zum Vorschein: Gegenstände, die vom Leben der Menschen erzählen, die einst in diesen Häusern lebten – Geschirr, Werkzeug, Kleidungsstücke, Medaillen und Möbelstücke.
Als Claude das spätere Chalet «Chez Catherine et Joseph» erkundete, stiess er beim Untersuchen der Balken eines Raccards auf einen ganz besonderen Schatz: einen Liebesbrief von Joseph an seine Verlobte Catherine. Joseph war Lehrer und lebte rund vierzig Kilometer entfernt. Er sehnte sich danach, wieder bei ihr zu sein:
«Meine liebste Verlobte, nun sind wir wirklich endgültig getrennt. Was für ein harter Schlag für zwei junge Menschen, die es gewohnt waren, sich Stunde für Stunde, Tag für Tag und zumindest Woche für Woche ihr Herz auszuschütten und Freud und Leid miteinander zu teilen. Ach, das sagt wohl alles, meine liebste und geliebte Catherine. Wie dem auch sei, lassen wir leiden, ohne wirklich zu leiden. Denken wir in dieser Zeit aneinander und tragen wir uns gegenseitig im Herzen. Ich schicke dir meine Liebe. Dein dich liebender Joseph.
So wie das kleine Vöglein davonfliegt, freudig seinem Nest entgegen, möge auch diese kleine Zeile dir das Zeichen meiner unendlichen Liebe überbringen.»
Ein Fund, den man unmöglich vergessen konnte. Als einige Jahrzehnte später ein Name für das Chalet gesucht wurde, lag «Chez Catherine et Joseph» deshalb auf der Hand. Eine Hommage an die Liebenden vergangener Zeiten – und vielleicht ein kleiner Glücksbringer für die Paare, die heute hier zu Gast sind.
Jahrhundertealte Mauern, die noch heute Geschichten erzählen
Le Rucher d’Evolène ist alles andere als ein Museum, auch wenn seine jahrhundertealten Mauern anderes vermuten lassen. Jedes Chalet und jedes Hotelzimmer* wurde als echter Lebensraum gestaltet – als Ort, an dem ein neues Kapitel der Geschichte von Evolène geschrieben werden kann.
Hier wird gelacht, Geheimnisse werden geteilt, Menschen verlieben sich, träumen und leben. So wie im Chez Berthe. So wie im Chez Catherine et Joseph. So wie im Chez Madeleine. Und so wie all die Menschen, die diese Orte einst ihr «peùlyo» – ihr Zuhause – nannten. Und genauso wie all jene, die künftig über die Schwelle dieser behaglichen Rückzugsorte treten werden. Jetzt sind Sie an der Reihe: Nehmen Sie den Stift zur Hand und schreiben Sie das nächste Kapitel!
*Die sieben Zimmer und Suiten sowie das Olèïnna Spa im Hôtel Le Central werden am 21. August 2026 eröffnet.
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